„Durch
die Priesterweihe empfangt Ihr, meine Lieben, den Geist Christi,
der Euch ihm ähnlich macht, damit Ihr in seinem Namen handeln
und in Euch seine Empfindungen erleben könnt. Die innige
Gemeinschaft mit dem Geist Christi verlangt, während sie
die Wirksamkeit der sakramentalen Handlung gewährleistet,
die Ihr in der Rolle Christi vernehmt, auch in der Glut des Gebetes
Ausdruck zu finden, in der Konsequenz der Lebensführung,
in der pastoralen Liebe eines Dienstes, der unermüdlich
auf das Heil der Brüder ausgerichtet ist. Sie verlangt,
mit einem Wort, Eure persönliche Heiligung.“ (Papst
Johannes Paul II., Pastores Dabo Vobis, Nr. 33)
Die Anfänge
Im Herbst 2003 wurde
die Notwendigkeit, für die am Internationalen Theologischen
Institut (ITI) studierenden Seminaristen, Ordensmänner
und Priester ein spezielles Ausbildungsprogramm anzubieten,
immer dringender. Angeregt durch die Enzyklika Pastores Dabo
Vobis von Johannes Paul II. und auf Wunsch der Bischöfe
und Ordensoberen, die ihre Kandidaten dem ITI anvertrauten,
traten Msgr. Dr. Larry Hogan und Pater Juraj Terek an Kardinal
Dr. Christoph Schönborn heran. Unser Großkanzler
befürwortete das Programm und die Ausbildung konnte beginnen.
Weiter Informationen zu diesem ITI-Ausbildungsprogramm
für
Seminaristen, Ordensmänner und Priester finden Sie im
Studentenhandbuch.
Kurzfassung
Das ITI ist den einzelnen
Bischöfen
und Ordensoberen gegenüber für jene Studenten verantwortlich,
die bereits geweiht sind, sich auf das Priesteramt oder die
ewigen Gelübde vorbereiten. Dies bedeutet, dass Seminaristen,
Priester und Ordensmitglieder nicht einfach als „individuelle“ Studenten
aufgenommen werden, sondern als Seminaristen, Priester oder
Ordensmitglieder. Seminaristen und Ordensmänner sind verpflichtet,
täglich an der Feier der Eucharistie teilzunehmen und
regelmäßig entweder bei der Heiligen Messe oder
bei der Göttlichen Liturgie zu ministrieren. Die aktive
Teilnahme an der Liturgie und den Andachten beider Riten, des
römischen und des byzantinischen, ergänzt die akademische
Ausbildung. Die Seminaristen, Ordensleute und Priester werden
gebeten, einen geistlichen Begleiter auszuwählen. Regelmäßige
Exerzitien, Einzelgespräche und Treffen in Gruppen ergänzen
das Seminarprogramm. (Studentenhandbuch 6.2)
Auftrag und Ziel
Die zweifache Aufgabe des Ausbildungsprogramms:
1. Kleriker umfassend theologisch auszubilden,
damit sie der Kirche in ihren Ländern auch in führender Position dienen können;
2. Seminaristen, Ordensmännern und Priestern eine geistliche
Bildung angedeihen zu lassen, um ein Fundament für ihren
zukünftigen Dienst zu legen.
Das ITI ist offiziell ein „Institut
der höheren Bildung“ – somit ist es weder
einseitig berufungsorientiert, noch ausschließlich akademisch.
Wie der Name schon sagt, ist es vor allem eine „Schule
der Theologie“. Alle Aspekte des ITIs sind von einem
Theologieverständnis geprägt, das die ganze Person
zu erfassen sucht. Theologie ist weder ein einzelnes Fach,
das losgelöst vom „großen Ganzen“ behandelt
wird, noch ein Gegenstand, der nur mit Verstandestätigkeit
bewältig werden kann. Theologie lebt in Herz und Verstand,
in Leib und Seele der Menschen, die in der Gemeinschaft des
Glaubens vereint sind. In diesem Geist versucht die Ausbildung,
Theologie im Alltag lebendig zu machen: Das ist „unmöglich,
aber realistisch”: „Unmöglich”, aufgrund
der großen Anforderungen durch das Studium, den Kirchendienst,
die Chorausflüge, Pfarrbesuche und praktischen Arbeiten. „Realistisch”,
da eine aktive Einbindung in das kirchliche Leben nicht minder
fordernd ist.
Der tägliche Gottesdienst in der Kirche,
die Einhaltung der kirchlichen Fastengebote und das Feiern
der Festtage sind keine Ornamente, die einem ohnehin schon
vollen Programm hinzugefügt werden. Dieses Ausbildungsprogramm
wurzelt in einer gemeinsamen Vision, die im täglichen,
sakramentalen Leben der Kirche ihren Ausdruck findet und im
gemeinschaftlichen Gebet erfahren wird.
Das Ausbildungsprogramm
für Seminaristen, Ordensmänner und Priester steht
unter der Leitung von Msgr.
Dr. Larry Hogan, Präsident
und Rektor, und Pater Yuriy Kolasa, Präfekt.
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